{"id":113,"date":"2011-06-13T15:52:56","date_gmt":"2011-06-13T13:52:56","guid":{"rendered":"http:\/\/ralph-braun.com\/v2\/?page_id=113"},"modified":"2012-08-29T03:54:34","modified_gmt":"2012-08-29T01:54:34","slug":"deutsche-erstauffuhrung-simplicius-von-johann-strauss","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/ralph-braun.com\/?page_id=113","title":{"rendered":"Deutsche Erstauff\u00fchrung &#8222;Simplicius&#8220; von Johann Strauss"},"content":{"rendered":"<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ralph-braun.com\/?page_id=121\"> <strong>Premierenkritik<\/strong><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ralph-braun.com\/?page_id=125\"> <strong>Orpheus &#8211; Besprechung<\/strong><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ralph-braun.com\/?page_id=128\"> <strong>Der Neue Merker &#8211; Wien<\/strong><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ralph-braun.com\/?page_id=131\"> <strong>Artikel &#8211; Prof. Nischkauer<\/strong><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ralph-braun.com\/?page_id=134\"> <strong>Dank &#8211; Dr. Eduard Strauss<\/strong><\/a><BR><\/p>\n<p><BR\/><a href=\"https:\/\/ralph-braun.com\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/simplicius.jpg\"><span style=\"color: #000000;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-117\" title=\"Simplicius\" src=\"https:\/\/ralph-braun.com\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/simplicius.jpg\" alt=\"\" width=\"137\" height=\"173\" \/><\/span><\/a><em><span style=\"color: #000000;\">Neufassung von Ralph Braun<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/ralph-braun.com\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/scherenschnitt.gif\"><span style=\"color: #000000;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-118\" title=\"Scherenschnitt\" src=\"https:\/\/ralph-braun.com\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/scherenschnitt.gif\" alt=\"\" width=\"140\" height=\"180\" \/><\/span><\/a><span style=\"color: #000000;\">Der \u201eSimplicius\u201c von Johann Strauss (Sohn) &#8211; Victor Leon  (Die lustige Witwe, Land des L\u00e4chelns\u2026..) erlebte am 19. Juni 2004 im Landestheater Coburg in einer von Konzertmeister Ralph Braun erstellten Neufassung seine deutsche Erstauff\u00fchrung. Die gro\u00dfartige Strauss\u2019sche Musik und der stets aktuelle Leon\u2019sche Stoff reizten ihn, den \u201eSimplicius\u201c neu zu fassen, dieses auch deshalb, weil von dem Leon\u2019schen \u201eSimplicius\u201c keine eindeutige, rekonstruierbare, endg\u00fcltige Fassung existiert.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Um zum besseren Verst\u00e4ndnis des Werkes, welches weder Operette noch Oper ist, beizutragen, entwickelte er f\u00fcr die Coburger Fassung eine neue Idee der Darstellung, indem er den einzelnen Akten jeweils eine kurze Schauspielszene voranstellt. In diesen Szenen sollen Johann Strauss, dessen in Coburg angetraute Ehefrau Adele und Victor Leon zeigen, welche Idee dem Werk zugrunde liegt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Nach 105 Jahren wurde das St\u00fcck letztmalig 1999 im Opernhaus Z\u00fcrich aufgef\u00fchrt (Zweitfassung, 1888). Die Regie hatte mit dem \u201eSimplicius\u201c ein Antikriegsst\u00fcck auf die B\u00fchne gestellt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Nach gr\u00fcndlichen Recherchen ist sicher von der Erkenntnis auszugehen, dass der einstige Philosophiestudent Leon und Johann Strauss dem Werk \u201eSimplicius\u201c die Entscheidung hin zur Liebe als st\u00e4rkste, einende und Frieden spendende Kraft zugrunde legten. Dieses wollten sie in einem ernstzunehmenden, heiteren Spiel umgesetzt wissen. Somit sieht man in Coburg im \u201eSimplicius\u201c nicht den Krieg, sondern den Frieden und Wege zu diesem im thematischen Vordergrund des Werkes. Dieses enth\u00e4lt, obwohl im Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg spielend, nicht eine einzige Kriegszene!<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"> Aus Coburg schrieb Strauss am 1. Juli 1887 an seinen Agenten Gustav Lewy in Wien: \u201eSein (Leons) Simplicius ist als Stoff das hervorrangendste aller B\u00fccher der Neuzeit. Was mich betrifft bin ich in den Stoff verliebt. Die Operette wird im Ganzen viel heiterer in musikalischer Beziehung als der Zigeunerbaron behandelt\u201c.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"> In der Figur des heranwachsenden Simplicius selber sowie den ihn umgebenden verschiedenen Spiel-Szenen wird die Frage behandelt: Wie kann man mit dem Leben umgehen, um Konflikte, welche bis hin zum Krieg f\u00fchren k\u00f6nnen, zu vermeiden? Der L\u00f6sungsweg liegt wohl zum einen im Treffen von weisen Entscheidungen, die von der Liebe getragen sein sollten, zum anderen im Erlernen des friedlichen Miteinander-Lebens. Dieses Lernen kann und muss zuvorderst in den elementaren Lebensbeziehungen Eltern-Kind (Geschwister) und Mann-Frau geschehen. Nur die Liebe innerhalb dieser Beziehungen erm\u00f6glicht dies. Die sehr melodi\u00f6se, heitere und idealistische Musik unterstreicht eindeutig diesen Interpretationsansatz. Im Hintergrund will Strauss als helfende, h\u00f6here Macht das Donauweibchen wissen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">\u201eHabe ich im Zigeunerbaron dem ungarischen Rhythmus Rechnung tragen m\u00fcssen, so war ich diesmal dem Wienerischen Genre (aus Absicht) zu huldigen \u2013 eifrigst bestrebt. Es muss auch einmal etwas Wienerisches in meiner B\u00fchnenarbeit auftauchen \u2013 zumal ich im Vorspiel und in mancher Situation Gelegenheit finden musste \u2013 einen ernsteren Ton anzuschlagen.\u201c<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"> (J. Strauss an G. Lewy, Coburg, 1.Juli 1887)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Bei der Neufassung wurde gr\u00f6\u00dfter Wert auf m\u00f6glichst hohe Authentizit\u00e4t und einen fl\u00fcssigen, leicht verst\u00e4ndlichen und unterhaltenden Handlungsablauf gelegt. Die einst komplizierte, umfangreiche Handlung wurde, den Aussagen Leons folgend, auf das Wesentliche komprimiert. Der Absicht Leons, nach der Ouvert\u00fcre ein Vorspiel und anschlie\u00dfend das eigentliche Spiel folgen zu lassen, wurde wieder Rechnung getragen. (\u00dcberarbeitungen bestanden jeweils aus 3 Akten ohne Vorspiel). Die Musiknummernfolge ist weitgehend wieder der urspr\u00fcnglichen Fassung angeglichen.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"> Neben den Quellen der verschiedenen \u201eSimplicius\u201c- Auff\u00fchrungsfassungen wurde vor allem auf das im Juli 1887 dem Coburger Herzog Ernst II. geschenkte und gewidmete, handschriftliche fr\u00fche Libretto des \u201eSimplicius\u201c (heute Landesbibliothek Coburg) zur\u00fcckgegriffen. Es weicht gravierend vom Urauff\u00fchrungslibretto ab und es gibt sehr interessante Aufschl\u00fcsse \u00fcber Leons urspr\u00fcngliche Absichten f\u00fcr den \u201eSimplicius\u201c.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Nach dessen Urauff\u00fchrung im Dezember 1887 und einer Serie von 30 Vorstellungen wurde das Werk 1888 und 1894 noch zweimal von anderen Autoren (Ludwig D\u00f3czi und Carl Lindau) zusammen mit Johann Strauss \u00fcberarbeitet und in Prag, Budapest (jeweils 1888) und zuletzt wieder in Wien (1894) mit m\u00e4\u00dfigem Erfolg aufgef\u00fchrt. Die Handlung, die Texte sowie die Musikfolge wurden ver\u00e4ndert und einzelne Nummern herausgenommen.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"> Die von Ludwig D\u00f3czi und Strauss erstellte Zweitfassung erschien 1888 im Druck.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die Fassung der Urauff\u00fchrung l\u00e4sst sich heute musikalisch nicht mehr rekonstruieren, da die autographe Partitur nur fragmentarisch vorhanden ist. Das 1997 im Nachlass von Victor Leon wieder aufgefundene Stimmenmaterial aus dem Theater an der Wien war seinerzeit f\u00fcr die Drittfassung eingerichtet worden.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"> Das Urauff\u00fchrungslibretto des \u201eSimplicius\u201c (Zensurlibretto) stammt mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht g\u00e4nzlich von Victor Leon. Im Verlauf der gemeinsamen Arbeit hatten sich gro\u00dfe Differenzen zwischen dem 62j\u00e4hrigen \u201eWalzerk\u00f6nig\u201c und dem jungen, sp\u00e4ter verunsicherten Leon entwickelt. Auf Strauss\u2019 Betreiben wurde Leon wohl ein \u201eerfahrenerer\u201c Librettist zur Seite gestellt, welcher dieses Libretto vermutlich mitverfasste.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"> \u201eWillst Du mir einen Gefallen erweisen \u2013 so bitte ich Dich Jauner aufzusuchen und ihn zu veranlassen dass er Leon bestimmt \u2013 sich einen Mitarbeiter zu w\u00e4hlen &#8230; Auch fehlt es im 2tn Akt noch an logischer Verbindung. &#8230;. Daher ist\u2019s notwendig, da\u00df schon jetzt daf\u00fcr Sorge getragen wird, (durch Beihilfe eines Mitarbeiters) zu k\u00fcrzen, wo es m\u00f6glich \u2013 Dieser Kerl Leon l\u00e4sst sich nichts sagen \u2013 ich habe ihm einen sehr groben Brief geschickt \u2013 habe noch keine Antwort auf diesen groben Schreibebrief \u2013 ich glaube er schmollt.\u201c (Strauss an Lewy, Coburg, 1.Juli 1887)<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"> Der \u201eSimplicius\u201c war das zweite B\u00fchnenwerk des sp\u00e4ter \u00fcberaus erfolgreichen Victor Leon.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Nicht nur von seiner Musik her &#8211; sie zeigt den unbekannten Strauss einmal ganz anders als gewohnt aber trotzdem begeisternd und ber\u00fchrend &#8211;  sondern vor allem auch als Gesamtwerk d\u00fcrfte der \u201eSimplicius\u201c durch die Coburger Darstellungsweise neu zu entdecken sein.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Premierenkritik Orpheus &#8211; Besprechung Der Neue Merker &#8211; Wien Artikel &#8211; Prof. Nischkauer Dank &#8211; Dr. Eduard Strauss Neufassung von Ralph Braun Der \u201eSimplicius\u201c von Johann Strauss (Sohn) &#8211; Victor Leon (Die lustige Witwe, Land des L\u00e4chelns\u2026..) erlebte am 19. &hellip; <a href=\"https:\/\/ralph-braun.com\/?page_id=113\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":25,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-113","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ralph-braun.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/113","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ralph-braun.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/ralph-braun.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ralph-braun.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ralph-braun.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=113"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/ralph-braun.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/113\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8441,"href":"https:\/\/ralph-braun.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/113\/revisions\/8441"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ralph-braun.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/25"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ralph-braun.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=113"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}