{"id":121,"date":"2011-06-13T16:10:45","date_gmt":"2011-06-13T14:10:45","guid":{"rendered":"http:\/\/ralph-braun.com\/v2\/?page_id=121"},"modified":"2011-06-13T18:23:02","modified_gmt":"2011-06-13T16:23:02","slug":"neue-presse-simplicius-kritik","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/ralph-braun.com\/?page_id=121","title":{"rendered":"Neue Presse &#8211; Simplicius Kritik"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">TRIUMPHALER EMPFANG F\u00dcR \u201eSIMPLICIUS\u201c VON JOHANN STRAUSS<br \/>\nDeutsche Erstauff\u00fchrung im Coburger Landestheater mit stehenden Ovationen gefeiert<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/ralph-braun.com\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/np_kritik_simplicius.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-122\" title=\"Simplicius\" src=\"https:\/\/ralph-braun.com\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/np_kritik_simplicius.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"238\" srcset=\"https:\/\/ralph-braun.com\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/np_kritik_simplicius.jpg 400w, https:\/\/ralph-braun.com\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/np_kritik_simplicius-300x178.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><br \/>\nDie Illusion einer konzertanen Auff\u00fchrung: Angereichert um erl\u00e4uternde Spielszenen erlebte die Strau\u00df-Operette \u201eSimplicius\u201c am Coburger Landestheater ihre Deutsche Erstauff\u00fchrung \u2013 nach 117 Jahren. &#8211; FOTO: ROLF SCHNEIDER<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">VON RUDOLF POTYRA<br \/>\nBesucher und Strau\u00df-Freunde aus der ganzen Bundesrepublik, aus Budapest, Wien, Paris, Z\u00fcrich und Olm\u00fctz \u2013 um nur einige St\u00e4dte zu nennen \u2013 wollten sich die deutsche Erstauff\u00fchrung des \u201eSimplicius\u201c von Johann Strau\u00df nicht entgehen lassen und str\u00f6mten am Samstag ins Landestheater. Die einheimischen Besucher schienen \u2013 nicht zuletzt wegen der Fu\u00dfball-EM \u2013 Zur\u00fcckhaltung zu \u00fcben.Als kostensparende Variante zur Entlastung des knappen Haushalts gedacht, wurde erstmals die konzertante Auff\u00fchrung eines B\u00fchnenwerkes ins Abonnement eingestellt. Was als \u201eSparrezept\u201c bef\u00fcrchtet wurde, entwickelte sich zu einem wahren musikalischen Fest, bei dem man sich voll und ganz von den Sch\u00f6nheiten eines Meisterwerkes von Johann Strau\u00df tragen lassen konnte. Ja, der \u201eSimplicius\u201c ist ein Meisterwerk, auch wenn viele gar nicht wissen, dass es ihn \u00fcberhaupt gibt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In einer Periode h\u00f6chster Schaffenskraft und pers\u00f6nlichen Gl\u00fcckes schrieb Johann Strau\u00df 1887 den \u201eSimplicius\u201c. Der triumphale Erfolg des \u201eZigeunerbaron\u201c lag hinter ihm und dank Herzog Ernst II. konnte er 1887 in Coburg endlich seine Adele heiraten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Er suchte lange nach einem Stoff f\u00fcr sein n\u00e4chstes B\u00fchnenwerk und entschied sich schlie\u00dflich f\u00fcr \u201eSimplicius\u201c, ein Libretto, das der junge Victor L\u00e9on nach dem gleichnamigen, im 30-j\u00e4hrigen Krieg spielenden Entwicklungsroman von Grimmelshausen, verfasst hatte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anfang 1887 begann Strau\u00df mit der Komposition. Da er wegen seiner Eheangelegenheit mehrmals f\u00fcr langere Zeit in Coburg wohnen musste, entstanden hier wesentliche Teile des Werkes. Dankbar f\u00fcr die Hilfe, die er bei Ernst II. gefunden hatte, widmete er diesem die Operette. Die Urauff\u00fchrung in Wien hatte aber, trotz hochgespannter Erwartungen aller Eingeweihten, keinen nachhaltigen Erfolg. Auch mehrere Umarbeitungen brachten nichts. Nach 1894 fiel sie in Vergessenheit. Schuld daran war zweifellos das Textbuch mit seinen kaum durchschaubaren Verwicklungen und die fr\u00f6mmelnde Opernn\u00e4he.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1999 brachte das Opernhaus Z\u00fcrich zum 100. Todestag von Johann Strau\u00df den \u201eSimplicius\u201c als Weltsensation\u201c erneut auf die B\u00fchne. Alle europ\u00e4ischen und kanadischen Rundfunkanstalten sowie das japanische Fernsehen schnitten die Auff\u00fchrung mit und EMI brachte sie als Doppel-CD auf den Markt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das alles h\u00e4tte man in Coburg auch haben k\u00f6nnen; denn 1998 machte Ralph Braun das verloren geglaubte Notenmaterial aus dem Nachlass Victor L\u00e9ons in einem Wiener Antiquariat ausfindig. Er deponierte es f\u00fcr mehrere Monate in der Landesbibliothek Coburg. Da die damalige Intendanz hinsichtlich einer Auff\u00fchrung nicht ansprechbar war, musste das Material an das Opernhaus in Z\u00fcrich abgegeben werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber der Gedanke an eine Auff\u00fchrung in Coburg lie\u00df Braun nicht wieder los. Da auch die Z\u00fcricher Fassung, deren Auff\u00fchrungsmaterial \u00fcbernommen wurde, eine gr\u00f6\u00dfere Akzeptanz nicht wahrscheinlicher machte, entwarf Ralph Braun eine Neufassung mit drei zus\u00e4tzlichen Schauspielszenen (diese in Zusammenarbeit mit Margot Dalir), die szenisch-konzertant dargeboten wird. Braun hat dabei einmal den Dialog um etwa 50 Prozent gek\u00fcrzt und so gestrafft, dass die Verwicklungen durchschau- und verstehbar werden. Jedem Akt hat er eine Spielszene vorangestellt, in denen an Hand authentischen Materials Entstehung und Umfeld der Operette dargestellt werden. Er hat damit eine Fassung geschaffen, die \u2013 auch nach dem Urteil ausw\u00e4rtiger Fachleute \u2013 durchaus eine reale Zukunftschance haben k\u00f6nnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mitrei\u00dfender<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schwung<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach dem Braun&#8217;schen Konzept bleibt die B\u00fchne \u2013 abgesehen von einzelnen Projektionen \u2013 wei\u00df. Lediglich die farblich ausget\u00fcftelte und variable Beleuchtung soll Assoziationen schaffen und Fantasier\u00e4ume \u00f6ffnen. Das Orchester spielt im Graben. Auf der B\u00fchne nehmen teils die Schauspieler der Spielszenen Platz, teils die Darsteller, deren Aktionen auf ein Minimum beschr\u00e4nkt werden. Um die Illusion einer konzertanten Auff\u00fchrung zu vervollst\u00e4ndigen, halten die Darsteller oft ihre Notenbl\u00e4tter in Hand, ohne sie zu benutzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die musikalische Leitung lag bei Alois Seidlmeier. Bei ihm und dem Orchester sp\u00fcrte man deutlich, mit welch musikantischem Schwung sie das \u201eGold\u201c der unbekannten Strau\u00df-Operette in mitrei\u00dfenden Klang umsetzten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Stefan Meier hatte Chor und Extrachor vorbereitet. Ebenso pr\u00e4zis wie nachdr\u00fccklich demonstrierten sie ihre dynamische Kraft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie ein \u201eEinspringer\u201c zum Gl\u00fccksfall werden kann, zeigte Sven Ruppert, der an der Stelle des urspr\u00fcnglich vorgesehenen Detlef Altenbeck die szenische Gestaltung \u00fcbernommen hatte. Personenf\u00fchrung, Dialoge und Stellungen konnten kaum nat\u00fcrlicher sein. Ein bestimmendes und \u00fcberzeugendes Element der Auff\u00fchrung war die Lichtgestaltung durch Peter H\u00f6rtner.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den Spielszenen sah man Stephan Mertl als Johann Strau\u00df, Stephanie Hottinger als Adele und Christoph Angerer als Victor L\u00e9on, dessen Interpretation des \u201eFiaker-Liedes\u201c durchaus h\u00f6renswert war, aber dennoch als Fremdk\u00f6rper wirkte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">William Wilson hatte als Einsiedler zwar nur wenige Auftritte, sein Walzer-Rondo \u201eIch denke oft zur\u00fcck\u201c ist jedoch der Ohrwurm schlechthin, den man sich noch etwas geschmeidiger und nachdenklicher vorstellen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>TRIUMPHALER EMPFANG F\u00dcR \u201eSIMPLICIUS\u201c VON JOHANN STRAUSS Deutsche Erstauff\u00fchrung im Coburger Landestheater mit stehenden Ovationen gefeiert Die Illusion einer konzertanen Auff\u00fchrung: Angereichert um erl\u00e4uternde Spielszenen erlebte die Strau\u00df-Operette \u201eSimplicius\u201c am Coburger Landestheater ihre Deutsche Erstauff\u00fchrung \u2013 nach 117 Jahren. &#8211; &hellip; <a href=\"https:\/\/ralph-braun.com\/?page_id=121\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":113,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-121","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ralph-braun.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/121","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ralph-braun.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/ralph-braun.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ralph-braun.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ralph-braun.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=121"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/ralph-braun.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/121\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":194,"href":"https:\/\/ralph-braun.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/121\/revisions\/194"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ralph-braun.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/113"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ralph-braun.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=121"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}