{"id":131,"date":"2011-06-13T16:18:34","date_gmt":"2011-06-13T14:18:34","guid":{"rendered":"http:\/\/ralph-braun.com\/v2\/?page_id=131"},"modified":"2024-09-04T09:55:17","modified_gmt":"2024-09-04T07:55:17","slug":"bratislava-coburg-im-zeichen-von-johann-strauss","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/ralph-braun.com\/?page_id=131","title":{"rendered":"Bratislava &#038; Coburg im Zeichen von Johann Strauss"},"content":{"rendered":"<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-family: 'Book Antiqua', serif;\">In der 25. Woche 2004 fanden in Pre\u00dfburg und Coburg Ereignisse statt, die f\u00fcr die\u00a0<em>Straussianer<\/em> Europas bedeutungsvoll waren. Am 18. Juni konstituierte sich die Slowakische Strauss Gesellschaft im Zichyho palac unter dem Vorsitz von Mirolav Dvorsky. Dr. Eduard Strauss (Urgro\u00dfneffe des gleichnamigen Komponisten) begr\u00fc\u00dfte das neue Mitglied im Kreise der europ\u00e4ischen \u201eStraussfamilie\u201c und wies darauf hin, dass seine Idee eines\u00a0<em>Europ\u00e4ischen Johann Strauss (B\u00fchnenwerke) Festivals<\/em> nunmehr konkrete Gestalt angenommen hat.<\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: 'Book Antiqua', serif; color: #000000;\">In Coburg fand am 19. Juni die Er\u00f6ffnung des\u00a0<em>Europ\u00e4ischen Johann Strauss B\u00fchnenwerke Festivals<\/em> im Landestheater statt. F\u00fcr den Initiator des Projektes, Ralph Braun, kam nur ein Werk von Johann Strauss in Frage, n\u00e4mlich\u00a0<em>Simplicius<\/em> (Libretto von Victor L\u00e9on), welches Johann Strauss gr\u00f6\u00dftenteils in Coburg komponierte \u2013 seine Hochzeit mit Adele fand 1887, nachdem er die Staatsb\u00fcrgerschaft von Sachsen\u2013Coburg und Gotha angenommen hatte, in Coburg statt.<\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: 'Book Antiqua', serif; color: #000000;\">Unmittelbar vor Weihnachten 2003 besuchte mich Ralph Braun in Wien. 3 Tage \u2013 vor allem jedoch 2 N\u00e4chte lang \u2013 diskutierten wir in meinem \u201eStudierst\u00fcbchen\u201c \u00fcber den\u00a0<em>Simplicius<\/em> und \u00fcber die M\u00f6glichkeiten, diesen zur Auff\u00fchrung zu bringen. Eines war Braun klar, dass ein Nachspielen der Z\u00fcricher Opernhaus-Fassung 1999, anl\u00e4sslich des 100. Todestages von Johann Strauss, f\u00fcr Coburg nicht in Frage kommt. Ihm schwebte eine konzertant-szenische Inszenierung vor. Das Grundkonzept des Z\u00fcricher Opernhauses war eine \u201eAntikriegs-Oper\u201c auf die B\u00fchne zu bringen. Inspiration hiezu war der \u201eGalgenbaum\u201c aus dem Zyklus \u201eMis\u00e8res de la Guerre\u201c (Schrecken des Krieges) des franz\u00f6sischen Stechers und Radierers Jacques Callot. Brauns Vorstellungen hinsichtlich der Realisierung in Coburg deckten sich mit dem Wollen von Strauss und L\u00e9on, dass der\u00a0<em>Simplicius<\/em> \u201eein ernst zu nehmendes, heiteres Spiel mit entsprechender Musik\u201c werden sollte. Der urspr\u00fcngliche Gedanke, die musikalische Erstfassung des Theaters an der Wien auf die B\u00fchne zu bringen, musste verworfen werden, da sie nicht mehr vollst\u00e4ndig rekonstruierbar ist. Wie in Z\u00fcrich musste auch f\u00fcr Coburg die ungarische Fassung (Materialen liegen in der Sz\u00e9ch\u00e9nyi Bibliothek in Budapest auf) herangezogen werden. Selbstverst\u00e4ndlich war f\u00fcr Braun, dass das handgeschriebene Libretto, das L\u00e9on Herzog Ernst II. widmete und schenkte (im Besitz der Landesbibliothek Coburg) die Grundlage f\u00fcr seine Librettofassung bildet. Der von Braun gekonnt angesetzte \u201eStreichstift\u201c (mehr als 50% der Prosa wurden weggelassen) f\u00fchrte dazu, dass die Strauss-L\u00e9on\u2019sche Konzeption nach 117 Jahren erstmals auf einer B\u00fchne realisiert wurde. Der Einfall, Theater auf dem Theater zu spielen (vor allem im Vorspiel), war f\u00fcr das Publikum eine &#8211; gewollte &#8211; \u00dcberraschung. \u00dcblicherweise beginnt eine Operette oder Oper mit einer Introduktion oder einer Ouverture. Die Braun\u2019sche Inszenierung beginnt mit dem Walzer \u201eWiener Frauen\u201c, Opus 423, den Strauss in Coburg komponierte. Die dem Vorspiel und den beiden Akten vorgelagerten Schauspielszenen mit Adele und Johann Strauss sowie Victor L\u00e9on in einem Salon in Coburg, stimmen die Zuh\u00f6rer, da sie \u00fcber die Entstehung des\u00a0<em>Simplicius<\/em> Wissenswertes unterhaltend erfahren, auf die nachfolgenden Darbietungen ein.<\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: 'Book Antiqua', serif; color: #000000;\">Aus der Betrachtungsweise eines Wieners, der sich intensiv musikwissenschaftlich mit den Werken von Johann Strauss auseinandersetzt, ist \u00fcber die gelungene Auff\u00fchrung des\u00a0<em>Simplicius<\/em>r\u00fcckblickend zu berichten:<br \/>\nVorweg ist dem Rezensenten des \u201eDer neue Merker\u201c vorbehaltlos zuzustimmen: \u201eIn dieser Neufassung (des Coburger\u00a0<em>Simplicius<\/em> \u2013 deutsche Erstauff\u00fchrung) harmoniert die Strauss\u2019sche Musik mit der Handlung\u201c. Die Interpretation der Strauss\u2019schen \u201eOperetten\u201c Musik durch Orchester, S\u00e4nger und Chor unter der Stabf\u00fchrung des Generalmusikdirektors war vorz\u00fcglich. Die szenische Gestaltung bestach durch ihre Einfachheit. Beeindruckend war die auf die Handlung voll eingehende Lichtgestaltung. Der Coburger\u00a0<em>Simplicius<\/em> war unterhaltende Operette ohne Kitsch, obwohl er mit einer dreifachen Happyend \u201eLiebesg\u2019schicht\u201c endet.<\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: 'Book Antiqua', serif; color: #000000;\">Es ist dem Landestheater f\u00fcr diese Inszenierung zu gratulieren, Ralph Braun zu danken, einerseits f\u00fcr seine Hartn\u00e4ckigkeit andererseits f\u00fcr seine k\u00fcnstlerische Konzeption. Rudolf Potyra geht in seiner Rezension in der \u201eNeuen Presse\u201c vom 21. Juni auf die Vorgeschichte zur deutschen Erstauff\u00fchrung ein und meint, dass die Art und Weise dieser Coburger Inszenierung reale Zukunftschancen f\u00fcr die Auff\u00fchrungen von Operetten aufzeigt. Dem ist zuzustimmen.<\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: right;\"><em>Prof. Nischkauer<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der 25. Woche 2004 fanden in Pre\u00dfburg und Coburg Ereignisse statt, die f\u00fcr die\u00a0Straussianer Europas bedeutungsvoll waren. Am 18. Juni konstituierte sich die Slowakische Strauss Gesellschaft im Zichyho palac unter dem Vorsitz von Mirolav Dvorsky. 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